Zutaten
Minze (Mentha, Lamiaceae, Labiatae = Lippenbluetler), engl. mint; franz. menthe. Minzen begeistern seit Jahrtausenden die Menschen. In ihren Blaettern befindet sich ein aetherisches Oel, dessen Hauptbestandteil meist das Menthol ist. Rund 20 Minzearten sind hauptsaechlich in den gemaessigten Zonen Europas, Vorderasiens, Nordafrikas und Nordamerikas verbreitet. Durch Kreuzung und Bastardisierung ist eine verwirrende Vielfalt an Minzevarietaeten entstanden. Fuer die kuechenpraktische Verwendung sind heute vor allem die Pfefferminze und Gruene Minze von Bedeutung. Um die schwierigen Verwandschaftsverhaeltnisse zu erklaeren, sollen zunaechst die Vorfahren der wichtigsten Arten vorgestellt werden.
Die Wasserminze, Bachminze (Mentha aquatica), engl. water mint; franz. menthe aquatique, menthe rouge, ist heute noch als Wildform in Europa zu finden. Sie laesst sich durch Samen vermehren, waechst an feuchten Standorten und vertraegt Schatten. Ihre gruenroten Blaetter verstroemen ein zartes Aroma. Wegen ihres strengen Geschmacks hat sie kaum noch kuechenpraktische Bedeutung.
Die Rossminze, Pferdeminze (Mentha longifolia), engl. horsemint; franz. menthe chevaline, waechst ebenfalls noch wild in Europa. Die Pflanze hat laenglich schmale, graue Blaetter und purpurfarbene Bluetenaehren. Kuechenpraktisch ist sie ohne Bedeutung.
Die Ackerminze (Mentha arvensis), engl. corn mint, field mint; franz. baume de champs, ist auch wildwachsend zu finden. Charakteristisch ist die Form ihrer Bluetenstaende, die sie - zusammen mit der Wasserminze und der Poleiminze - von allen anderen Minzearten unterscheidet: Ihre Blueten stehen in den Achseln der Blaetter quirlig angeordnet, im Gegensatz zu den sonst ueblichen endstaendigen, aehrenfoermigen Bluetenstaenden. Ihre eifoermigelliptischen, vorne etwas zugespitzten Blaetter sind dunkelrot ueberlaufen und leicht gekerbt oder gesaegt.
Von der Wildform Rundblaettrige Minze (Mentha suaveolens) stammen verschiedene Arten ab, von denen die Apfelminze (Mentha x rotundifolia) kuechenpraktisch von Interesse ist. Sie weist grosse behaarte gruene Blaetter auf. Die Apfelminze wird in der Literatur auch als reine Art Mentha suaveolens gefuehrt. Man verwendet sie fuer erfrischende Getraenke. Unter dem englischen namen Spearmint (Mentha spicata) ist eine leicht behaarte Minzeart mit laenglichen Blaettern und dem typischen Kaugummiduft bekannt. Typisch fuer sie ist die Verarbeitung zu Minzsauce; sie wird auch zu Lammgerichten gereicht.
Sie wird oft verwechselt mit Gruener Minze, franz. menthe verte, die einer Kreuzung von Mentha suaveolens und Mentha longifolia entstammt. Charakteristisch ist die fehlende Behaarung ihrer frischen gruenen Blaetter lediglich die Nerven der Blattunterseiten tragen einzelne Haare.
Krause Minzen gibt es verschiedene. Von der Gruenen Minze stammen die meisten Kultivare (Mentha spicata var. crispa) ab. Mit ihren gekrausten, leuchtendgruenen Blaettern sind sie sehr dekorativ.
Die bekannteste aller Minzearten ist die Pfefferminze (Mentha x piperita var. piperita), engl. peppermint; franz. menthe anglaise, menthe poivree. Sie ist als Bastard aus der Wasserminze und der Gruenen Minze
hervorgegangen. Die Pfefferminze ist die wichtigste Kulturform aller Minzen Als sterile Pflanze vermehrt sie sich vegetativ durch Auslaeufer. An den Sprossen sitzen die gestielten, eifoermigen, behaarten Blaetter, aus denen durch Wasserdampfdestillation das fuer die Industrie wichtige Pfefferminzoel gewonnen wird. Es riecht durchdringend aromatisch, schmeckt zuerst brennend, dann kuehlend und wird fuer Essenzen, Likoere und Suesswaren weiterverarbeitet. Im Erwerbsanbau spielt die Sorte Mitcham eine wichtige Rolle. Von der Pfefferminze stammt die Orangenminze, Bergamotminze (Mentha xpiperita var. citrata) ab, die sich durch den fehlenden Mentholgehalt auszeichnet. Sie hat rotgruene Blaetter und ein fruchtiges Aroma das an Bergamott-Orange und Earl-Grey-Tee erinnert.
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* | Quelle: Kraeuter und Knoblauch Teubner Kuechenlexikon Graefe u. Unzer Verlag Erfasst: Viviane Kronshage |